Wind um Nichts - http://wind.penzeng.de
Sucht man bei Gott Zuflucht,
Schutz oder Hilfe, so ergeht es einem oft wie mit einer schlechten
Versicherungspolice: Man muss laufend Beiträge zahlen und ist angeblich rundum
bestens geschützt, aber jedes Mal, wenn irgend ein Schadensfall eintritt,
stellt sich heraus, dass genau dieser Fall im Kleingedruckten ausgeschlossen
und nicht abgedeckt ist, und es gibt keine Möglichkeit, dagegen zu klagen.
Man wird dazu
"ermutigt", Geld, Zeit und Arbeitskraft für Gott zu opfern. Als
"Gegenleistung" dafür erhält man nur vage Verheißungen göttlichen
Beistands und unermesslicher Schätze im Himmel. Sobald es ernst wird, entpuppt
sich der angeblich mächtige göttliche Beistand als absolut wirkungslos. Beklagt
man sich über diesen Missstand, so wird man aufs „Kleingedruckte“ (Bibelstellen
und Glaubenssätze) verwiesen, das in seinen Grundzügen etwa so lautet:
1.: Gott ist treu; du kannst
und sollst dich 100% auf ihn verlassen.
2.: Du kannst und sollst Gott
unendlich dankbar sein, weil er schon so viel Gutes für dich getan hat und auch
jetzt noch täglich Gutes für dich tut. Denn alles Gute, was dir widerfährt,
kommt von Gott. Auch wenn es scheinbar zufällig geschieht oder scheinbar dein
eigenes Verdienst ist, hast du es in Wirklichkeit allein Gott zu verdanken.
3.: Da Gott so unendlich viel
für dich getan hat und täglich tut, ist es nur recht und billig, dass du ihm
dein ganzes Leben, alles, was du bist und hast als Opfer hingibst. Du brauchst
keine Angst haben, dass du dabei zu kurz kommst, denn Gott wird sich nicht
lumpen lassen und bestens für dich sorgen.
4.: Falls einmal etwas
schiefgeht und Gott nicht bestens für dich sorgt, ist das natürlich nicht seine
Schuld. Er ist niemals an irgend etwas schuld. Sondern es ist immer deine
Schuld, oder die Schuld anderer Menschen. Mögliche Gründe dafür sind: siehe Ausreden.
Etliche Jahre ertrug ich
diesen Missstand und glaubte an diese Ausreden. Ich dachte, ich müsste eben
noch etwas Geduld haben, mein Leben noch mehr hingeben, noch mehr Vertrauen zu
Gott haben, dann würde Gott sich herrlich und mächtig erweisen und Gebete
erhören und Kranke heilen und die Erweckung nach Deutschland bringen. Aber es
wurde nichts besser; es tat sich gar nichts, es war nur lauter leeres Gerede.
Eigentlich ist das eine
ziemlich durchsichtige Betrugsmasche: Gott braucht nie wirklich etwas tun; für
ihn gibt es immer eine passende Ausrede, und ich bin am Ende immer der Dumme
und soll ihm dafür auch noch dankbar sein. Aber das Besondere und Einzigartige
an diesem Glaubens-Betrug ist: Es gibt nur Betrogene und keinen Betrüger! In
meiner kleinen, freien Gemeinde brachten alle große Opfer, auch die Leiter.
Niemand hat auf Kosten der anderen ein ausschweifendes Leben genossen. Wir
haben uns alle mit irrealen Verheißungen und Hirngespinsten abspeisen lassen.
Nur einer hat davon profitiert: der unsichtbare „Gott“ dieser Gemeinde, dem wir
mit all unserem Wirken, Predigen, Evangelisieren und Dienen Gestalt verliehen
haben, der hat profitiert - ein körperloses, virtuelles Wesen, das auf unsere
Kosten eine königliche Existenz genoss.